Nicht ohne meinen Tschador oder wie?

Schon längere Zeit  beobachte ich die politischen Entwicklungen im Iran. Nicht ohne Grund, zum einen bin ich eine Frau die sich für das Geschehen auf unserer Welt interessiert und zum anderen kommt mein Schatz aus dem Norden Teherans. Da ich auch jemand bin die gerne fremde Welten entdeckt liegt es auf der Hand, dass ich den Iran gerne bereisen würde, was mit jemandem der Persisch (Farsi) spricht und die Kultur kennt einiges einfacher wäre. Bis jetzt haben mich allerdings ein paar Dinge davon abgehalten. Eine islamische Republik mit einem politischen System welches seiner Bevölkerung nur wenig Freiheiten lässt, diese unterdrückt und mit Gewalt gegen alles vorgeht was nicht in ihrem Sinne ist kann kein Land sein das ich gerne besuchen möchte. Als Frau habe ich vermutlich noch ein paar Widerstände mehr als ein Mann. Ich mit einem Tschador geht ja überhaupt nicht! Dass ich mich in einem islamischen Land entsprechend kleide ist für mich selbstverständlich, aber ich bedecke mich bestimmt nicht mit einem Tschador und demonstriere damit eine Haltung die meiner überhaupt nicht entspricht. Immer wieder erklärte mein Schatz, dass in Teheran inzwischen sehr viele Frauen es wieder vermehrt wagen sich weiblich zu kleiden, ihre Haare nur leicht mit einem Kopftuch bedecken und demonstrativ modisch daherkommen. Auch die jungen Männer lassen sich nicht mehr davon abhalten gestylt durch die Strassen Teherans zu gehen auch wenn sie immer mal wieder Verweise dafür bekommen oder gar für eine Nacht ins Gefängnis müssen. Eine kleine Rebellion ist im Gange. Das Video von Arte zeigt diese Veränderungen schön auf, obwohl man natürlich nicht vergessen darf, dass diese Veränderungen in erster Linie in Teheran zu finden sind und es im grössten Teil des restlichen Landes noch ganz anders aussieht. Aber die Veränderungen beginnen immer in den Städten mit einem kleinen Feuer, welches sich dann vielleicht in einen Flächenbrand ausbreitet.

Natürlich wünsche ich mir für den Iran, dass die Jungen weiter rebellieren werden und der Tag kommen wird, da jeder die Freiheit hat das Leben zu führen welches er sich wünscht. Sollte ich irgendwann doch in den Iran reisen, werdet ihr es bestimmt erfahren.

Ein Kommentar

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  1. Auch wenn ich als Kind Klosterfrau werden wollte und auch heute am Morgen manchmal froh wäre, einfach einen Schleier über mich ziehen zu können, damit ich nicht meine Haare stylen müsste, bin ich glücklich und dankbar „frei und unabhängig“ leben zu können. Das wäre jedem Menschen zu gönnen, obwohl auch dies ohne Einschränkungen und Konzessionen nicht möglich ist.

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