Plädoyer für eine neue Beziehungskultur

Wer ab und zu auf diesem Blog liest, hat sicher schon bemerkt, dass für mich das Thema Freiheit sehr zentral ist. Freiheit grundsätzlich im Leben, aber die Freiheit in Beziehungen im Besonderen. Vor kurzem ist wieder einmal ein Artikel im Tagi erschienen, der mich bewog darüber nachzudenken und diese Gedanken hier mit euch zu teilen.

Monogamie ist vergebene Liebesmüh, der Titel dieses Artikels zeigt, dass Monogamie nichts mit Liebe zu tun hat. Liebe kann man nicht bemühen, man kann sie nur verschenken, sobald sie zur Mühe wird, ist sie bereits verschwunden. Monogamie entstand erst, wie in diesem Artikel schön beschrieben, als mehr Menschen anfingen eigenen Besitz zu haben, da ging man dazu über auch die Liebe besitzen zu wollen, sich absichern zu wollen mit dem Glauben, dass man die Liebe mit Regeln zwingen könne für immer bei einem zu bleiben. Die Lieb lässt sich aber nicht zwingen, wie wir alle wissen und sobald wir sie zwinge wollen löst sie sich in Luft auf. Liebesgefühle sind flüchtig und verströmen sich dort wo sie es wollen, dagegen können wir nichts machen. Auch die Monogamie konnte das nicht verändern, sie hat nur sehr viel Leid über die Gefühlswelt der Menschen gebracht. Sie hat sie gezwungen zu etwas, wofür sie nicht gemacht sind.
Nur einen einzigen Menschen, wo möglich bis ans Lebensende, zu lieben, liegt schlicht nicht in unserer Natur. Ich spreche hier also nicht von Trieben welchen man einfach ungezügelt seinen Lauf lassen sollte, sondern ich spreche von der freien Liebe. Wie die Bonobos frei herumzuvögeln kann nicht das Ziel sein, immerhin haben wir uns ja doch etwas weiter als dieselben entwickelt. Irgendwie sind wir aber in unserer Entwicklung der Herzen steckengeblieben. Wir ließen uns begrenzen von Konventionen des Staates und auch von solchen, die wir uns selber auferlegt haben, wohl mit dem widersinnigen  Glauben, so alles im Griff zu haben.

Wir dürfen zwar mehreren Menschen unsere Liebe schenken, aber nur mit einem Menschen diese Liebe auch körperlich teilen. Entspricht dies einer Logik und vor allem entspricht dies uns? Ich glaube kaum. Es wäre an der Zeit, dass wir in unserer Entwicklung einen weiteren Schritt machen würden. Die letzten Jahrzehnte haben es deutlich gezeigt, dass es so nicht mehr funktioniert. Wir Frauen haben uns, mindestens in vielen Ländern der Welt, befreit und wollen die Liebe genau so leben, wie wir es uns wünschen. Dazu gehört Mut, Selbstbestimmung und Persönlichkeit. Ich bin der Überzeugung, dass vor allem wir Frauen viel dazu beitragen könnten eine neue Liebeskultur zu schaffen, die nicht nur uns, sondern auch die Männer um einiges glücklicher machen würde.

Ich glaube nach wie vor an die Liebe, aber nicht an eine die von Regeln bestimmt ist, sondern an eine die tief aus dem Herzen kommt und diese Art von Liebe braucht keine auferlegten Regeln, diese Liebe ist frei.

2 Kommentare

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  1. Interessante Ansichten, die nicht wirklich neu sind.
    Die Definition von der sogenannten „freien Liebe“ hat ganz sicher was mit Sex zu tun. So wars zumindest am Anfang.
    Darum weiss ich nicht worauf du genau hinaus willst. Ich meine, ich liebe auch verschiendene Menschen und trotzdem bin ich nur mit 1 Frau sexuell aktiv.
    Wie du schreibst ist zügelloses Herumvögeln kein Thema für dich. Was willst du dann? Nur ein bisschen herummachen mit verschiedenen Männern die du liebst?
    Vielleicht verstehe ich das Thema als Mann schlichtweg nicht oder bin davon leicht überfordert. Who knows. 😉

    • Glaub mir dieses Thema ist für uns alle eine Herausforderung auch für mich. Unsere heutige Welt hat sich rasant modernisiert, nur in der Paarbeziehung hat sich nicht viel verändert, obwohl die Fakten belegen, dass dieses Modell nicht mehr in unsere Welt passt halten die meisten daran fest, weil sie Angst vor Veränderungen haben. Wie ein neues Modell aussehen könnte kann ich auch nicht sagen, das muss wohl jeder für sich selber entscheiden und auch den Mut haben es in die Tat umzusetzen. Es ist klar, dass solche gesellschaftlichen Veränderungen Zeit brauchen und der erste Schritt ist darüber nachzudenken und nicht alles einfach als gegeben hinzunehmen.

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