Von Followers, Bloggern und Facebookfreunden

Da bin ich nun also doch auch schon eine Weile im Netz und bewege mich auf verschiedenen Plattformen. Von Chatrooms, MSN über Facebook zu Twitter zu meinem eigenen Blogg und den Bloggs von anderen  usw. waren es viele Stationen. Ich habe dabei einiges erfahren, Interessantes und auch weniger Interessantes, Freundlichkeiten und Frechheiten, Anmache und eindeutig zweideutige Angebote, Kritik und Lob, Witziges und Spannendes. Ich habe sogar neue Freunde gefunden und Menschen die mir im Netz folgen. Aus den virtuellen Freunden wurden teilweise reale Freunde oder es entstanden sogar Beziehungen daraus. Eine Welt also in der das Virtuelle und Reale sich vermischt. Was gestern noch virtuell war kann plötzlich real werden und manchmal ist das Virtuelle dann doch spannender als das Reale. Eine schnelllebige Welt in der deine Freunde mit einem Klick nicht mehr deine Freunde sind, deine Followers dich entfollowen, wenn du ihnen zu langweilig bist und du sofort vom Bloggroll entfernt wirst, auf dem du vielleicht nur warst weil man von dir etwas erhoffte und nicht etwa weil man deinen Blogg gut fand. Diese Welt des Worldwideweb ist eine zweite Welt in unserer realen Welt, die in vielen Dingen gar nicht so anders ist. Auch das soziale Verhalten überschneidet sich immer mehr. Nicht nur virtuell auch im wahren Leben stehen uns so viele Möglichkeiten offen, dass wir uns manchmal nicht mehr entscheiden können. Die Dinge erweitern sich ins unendliche, da ist es nicht einfach bei einer Sache zu bleiben. Das Internet verändert alles in hoher Geschwindigkeit und es verändert auch uns und unser soziales Verhalten. Millionenfach stellen Menschen sich im Internet dar, zeigen Fotos von sich, schreiben Bloggartikel, sie wollen eine Stimme in diesem weiten Netz sein und da nehm ich mich nicht aus. Da gibt es Promis mit mehr als 30’000 Followers auf Twitter die zu „Ruhm“ gelangen mit Sprüchen, die sie am Laufmeter produzieren. Menschen mit xtausend Freunden auf Facebook, die sie grössten Teils nicht mal kennen und Blogger die so viele Artikel publizieren, die niemand lesen kann. Ich frag mich dann, ob diese Menschen überhaupt noch Zeit haben für ein normales soziales Leben oder ob sie ständig vor der Kiste hocken.

Ich bin jedenfalls immer froh, wenn ich den Deckel meines Laptops schliesse, dass ich in meine kleine reale Welt zurück kehren kann, in der ich fühlen, berühren, küssen und lieben kann. In der es Menschen gibt die mir schon seit vielen Jahren folgen und eine Handvoll Freunde, die real für mich da sind und mich in die Arme nehmen und ein Mensch der an meiner Seite ist, mich liebt und mit mir durch Dick und Dünn geht. Diese kleine Welt ist durch nichts zu ersetzen auch nicht durch das grösste Netz dieser Erde.

 

4 Kommentare

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  1. Das Bild ist einfach genial, wunderschön.

    Holger

  2. Schöne Worte zu einem Thema, über das ich mir in letzter Zeit auch öfters Gedanken mache: «Die Dinge erweitern sich ins unendliche, da ist es nicht einfach bei einer Sache zu bleiben.» Die virtuelle Welt zieht uns in Bann, die Energie, die davon ausgeht, fasziniert mich. Wir können den Deckel des Laptops zwar schliessen, aber möglicherweise ist unsere reale Welt eine andere geworden.

  3. Hast Du schön geschrieben! Das Netz ist nicht alles, die Realität ist schöner. Nicht immer besser – aber schöner, lebendiger und gefühlsvoller! 😉 Und zum Thema IR -> VR. Es gibt schon genug „kranke“ Menschen, welche das nicht mehr unterscheiden können. Ich halte die komplette Vermischung für keine gute Idee! ;/

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