droge party – party droge

nun bin ich also hier in malta, wie viele andere auch, um mein englisch aufzufrischen. natürlich habe ich malta gewählt weil es ja auch noch spass machen soll. sonne, blauer himmel, fröhliche menschen und natürlich guter sound zu dem frau sich am abend noch etwas bewegen kann. was ich hier nun aber erlebe kommt mir vor, wie der vorhof zur hölle in einem bösen traum. ich meine ich lebe ja nicht gerade fern von allem in der schweiz, sondern mitten im vergnügungsviertel zürichs und ich bin kein kind von traurigkeit und gehe auch gerne aus.  auch in zürich ist es mir schon so vorgekommen, als ob da menschen wie unter hypnose, mit verklärten gesichtern vorwärts strömen, wie an einem unsichtbaren draht hängend, den rhythmen folgend die da aus den clubs dröhnen, dem unsichtbaren rattenfängervon hameln folgend. hier aber ist das ganze noch getoppt und vielleicht sticht es noch etwas mehr ins auge, weil es sich in einem kleineren umkreis abspielt. da strömen nacht für nacht massen von jugendlichen aus der ganzen umgebung in einem viertel zusammen und man hat das gefühl, dass sie selber nicht genau wissen, was sie hier eigentlich suchen. die mädchen (ich nenne sie so, weil sie wirklich noch mädchen sind) voll aufgemotzt mit highheels mit denen sie auf dem kopfsteinpflaster fast nicht laufen können ,bereits schon betrunken wenn sie ankommen, verlieren ihre ganze schönheit und vor allem auch würde, wenn sie kreischend und torkelnd durch die gassen ziehen, und dann gegen morgen, ausgekotzt, bleich und mit verschmiertem make-up auf den gehsteigen sitzen. mit den boys sieht es nicht viel anders aus, ausser dass die schon ziemlich bald anfangen zu kotzen und flaschen herumzuwerfen. ein club reiht sich an den anderen und da es hier, wie es scheint, noch kein gesetz bezüglich der lautstärke von musik in den clubs gibt, drehen die ihre anlagen voll auf, sodass schon aus den türen, die natürlich auch offen sind, ein der massen dröhnender sound kommt der mir schon fast das gehör verschlägt. die konkurrenz ist gross, also muss man zeigen, wo der sound herkommt. ein wirr warr von tönen erfüllt das ganze viertel, das einem soundteppich aus der hölle gleicht. die jugendlichen scheinen magisch angezogen zu sein, stehen aber nur herum und tanzen kaum. lärm nichts als lärm erfüllt die gassen, überall müll und der einzige der hier wohl wirklich freude hat, ist der konsumteufel. was geht hier vor sich? die schwergewichtigen, glatzköpfigen türsteher, alle in schwarz sehen aus wie die diener von luzifer. willkommen in der hölle! arme jugendliche die anscheinend keinen anderen sinn mehr im leben sehen, als sich dem rattenfänger hinzugeben, weil es so easy und cool ist und sonst eh alles nur beschissen ist. was haben wir falsch gemacht? wir haben daran geglaubt, dass konsum uns alles geben kann und vergessen, dass man liebe nicht kaufen kann. die suppe müssen nun die jugendlichen auslöffeln, die nicht verstehen, warum sie nicht glücklich sind, obwohl sie doch auf partys gehen und super klamotten tragen.

die droge party hat die ganze welt erfasst und bald ist nichts mehr etwas anderes als eine grosse party. der rattenfänger steht an der ecke und lächelt uns zu… wir sehn uns in der hölle.

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3 Kommentare

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  1. was bin ich froh, dass ich deinen blog gefunden habe… – und wie recht du hast!

  2. @falki,herzlich willkommen, schön dass du da bist. ich glaube man findet immer das wonach man eigentlich sucht.

  3. – das glaub ich auch und ich niste mich jetzt ein bischen bei dir ein – mir gefällt es hier.

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